Osterkrippe
Im Jahr 2026 wurde in der evangelischen Kirche erstmals eine Osterkrippe aufgebaut.
Mit dieser Seite möchten wir Sie zu einer kleinen Reise einladen – von der ersten Idee über die Umsetzung bis hin zu den besonderen Gottesdiensten rund um die Osterzeit.
Viel Freude beim Lesen!
Wie alles begann
1988
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Ostergottesdienst als junger Pfarrer in der ehrwürdigen Ordenskirche in Bayreuth. Die Organistin entschuldigte sich damals, dass der Kirchenchor in diesem Jahr nicht singen könne. Entsprechend glich die Besucherzahl eher einem normalen Sonntagsgottesdienst – einzig die leuchtenden Narzissen in den Blumenvasen auf dem Altar erinnerten an das hohe Fest.
Schon damals begann ich, nach einer besonderen Form des Osterschmucks für das folgende Jahr zu suchen. Gemeinsam mit einer Floristin und einem Steintechniker entstand die Idee eines „Ostergartens“. Zum nächsten Osterfest wurde ein großer Steinblock mit drei Kreuzen aufgebaut sowie eine archäologisch stimmige Nachbildung eines Felsgrabs mit Rollstein gestaltet. Vor dem offenen Grab standen drei gebastelte Frauenfiguren, rund um die Szene wurde Teichfolie ausgelegt und mit zahlreichen Frühlingsblumen bepflanzt.
So konnten Jung und Alt die biblische Osterbotschaft nicht nur sehen, sondern sogar riechen und spüren. Zum Abschied schenkte uns die Bayreuther Gemeinde diesen Ostergarten, der auch an anderen Orten eingesetzt werden konnte.
2019
Meine Frau Anita und ich zogen nach Erkheim in unsere Ruhestandswohnung. Leider konnten wir den Ostergarten nicht mitnehmen, und zugleich scheuten wir uns, der örtlichen Gemeinde ihren gewohnten Osterschmuck zu nehmen. Die Jahre vergingen – doch gerade an Ostern vermisste ich den Ostergarten sehr. Es fehlte jedoch lange Zeit an einer stimmigen neuen Idee.
Im Jahr 2023 wurden die neuen Werkräume der Krippenfreunde im Keller des katholischen Pfarrhauses eingeweiht. Ich war beeindruckt von den modernen Materialien, mit denen heute Stein täuschend echt nachgebildet werden kann. In Gesprächen im ökumenischen Kreis wurde weiter überlegt, kombiniert und geträumt – und schließlich nahm die Idee einer Osterkrippe konkrete Formen an.
Mit der Zusage der Unterstützung durch die Krippenfreunde Erkheim‑Günztal e. V., insbesondere durch Walter Eberhard, begann die praktische Umsetzung: Für Erkheim sollte ein eigener Ostergarten entstehen – eine Osterkrippe für unsere Kirchen.
Planung und Bau der Osterkrippe
Walter Eberhard und Pfarrer Reinhold Fritzsch beschäftigten sich intensiv mit Größe, Aufbau und Wirkung der Osterkrippe. Sie sollte sich harmonisch in beide Kirchen einfügen und die baulichen Gegebenheiten optimal berücksichtigen.
Anfang Januar begann Walter Eberhard bei sich zuhause im Keller mit dem Bau dieses großformatigen Projekts. Bis zur Fertigstellung investierte er rund 130 Arbeitsstunden in die Osterkrippe – mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail.
Seine Frau Gabi Eberhard gestalte für die Osterkrippe die passenden Stehpuppen. Diese Puppen vervollständigen das Bild vom Grab und der Auferstehung. Vielen herzlichen Dank dafür.
Ende März wurde der sogenannte „Rohbau“ im evangelischen Gemeindehaus vorgestellt. An diesem Abend erhielt das Werk offiziell den Namen „Osterkrippe“. Anschließend folgte der Feinschliff, bei dem viele kleine Details ausgearbeitet wurden.
Übergabe und besondere Gottesdienste
Am 1. April wurde die Osterkrippe im Rahmen einer Segnungsfeier offiziell ihrer Bestimmung übergeben: die Passions‑ und Osterzeit anschaulich und erlebbar darzustellen.
Bereits am Karfreitag konnte die Osterkrippe erstmals besichtigt werden. In beiden Gottesdiensten ging von ihr eine kühle, düstere und zugleich spürbar leere Stimmung aus.
Besonders bewegend war die Andacht zur Todesstunde Jesu, die gezielt auf Familien ausgerichtet war. Die Kinder durften die Osterkrippe aktiv mitgestalten und so den Leidensweg Jesu auf eine ganz neue, greifbare Weise erleben. Als zum Abschluss der Stein vor das Grab gerollt wurde, war die Spannung groß – alle fragten sich, wie sich die Osterkrippe bis zur Auferstehung wohl verändern würde.
Am Ostersonntag um 6 Uhr war es schließlich soweit. Die Osterkerze wurde am Osterfeuer entzündet und feierlich in die Kirche getragen. Im noch schwachen Licht wurde mit einem lauten Geräusch der Grabstein zur Seite gerollt – aus dem leeren Grab strahlte Licht hervor.
Um diese besondere Stimmung noch intensiver erfahrbar zu machen, wurde ein Teil des Gottesdienstes im Altarraum gefeiert. Zum Abschluss fielen die ersten Sonnenstrahlen durch die Kirchenfenster. Dieses eindrucksvolle Licht ließ die Osterkrippe wahrlich lebendig wirken.
Ausblick in die Zukunft
Der Glaube an die Auferstehung Jesu Christi schenkt Hoffnung und verbindet die beiden christlichen Kirchen. Als ökumenischer Schmuck wird die Osterkrippe künftig jährlich wechselnd in der evangelischen und katholischen Kirche zu sehen sein.
Sie soll dazu beitragen, die Passionsgeschichte mit Leid, Tod und Trauer ebenso wie die Auferstehung Jesu Christi erfahrbar zu machen.
Die Auferstehung bedeutet den Sieg des Lebens über den Tod, die Erlösung von Sünden und die Hoffnung auf ein ewiges Leben.
Diese zentrale Glaubensbotschaft kann nun jede Gemeinde auf ihre Weise durch die Osterkrippe und ihre jeweilige Gestaltung weitergeben.
Dankeschön
Die beiden Erkheimer Kirchengemeinden bedanken sich ganz herzlich bei Pfarrer Reinhold Fritzsch für diese wunderbare Idee und bei Walter Eberhard für die detailverliebte und beeindruckende Umsetzung der Osterkrippe.
Viele kleine und große Besucherinnen und Besucher haben die Osterkrippe gesehen, betrachtet und erlebt. Es war schön zu beobachten, wie Schulklassen, Kindergartengruppen, Familien und jede einzelne Person sich auf ganz persönliche Weise von ihr berühren ließen.
Bilder und Textgrundlagen von Pfr. R. Fritzsch, Krippenfreunde Erkheim-Günztal e.v., Walter Eberhard und Martina Stürminger
Die Grundform

Walter Eberhard - der Baumeister

Die Werkstatt

Vorstellung des Rohbaus

Bei der Arbeit

Entstehung eines Felsens

Vor dem Feinschliff

Stellprobe Nr. 1

Stellprobe Nr. 2

Trick 17

Der Rollstein

Die letzten Handgriffe

Kleine Details

Die Schuldtafel

Die drei Frauen

Segnungsfeier

Die Übergabe

Karfreitag

Das Grab ist verschlossen

Ostersonntag

Ostersonntag

Besichtigung




